Test
Algen und Pilze auf Fassaden kommt leider immer häufiger vor und finden daher in letzter Zeit immer mehr an Beachtung. Hier bekommen SIe nähere Informationen über die Gründe des vermehrten Auftretens und Möglichkeiten zur Verminderung/ Verzögerung.

Ihr Gipser und Stuckateur Holz aus Alfdorf

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Algen und Pilze auf Fassaden

Hintergrund

In den vergangenen Jahren konnte festgestellt werden, dass Algen- und Pilzbewuchs vermehrt auftreten. An sämtlichgen Flächen wie Steinen und Betonflächen, Fassaden, Dächern, Schildern, Briefkösten...

Doch Algen, Pilze, Flechten und Bakterien gehören seit vielen millionen Jahren zum natürlichen Bestandteil unserer Umwelt. Sie konnten so gut die Zeit überstehen, da sie sich immer wieder neuen Situationen erfolgreich anpassen konnten und fast überall anzutreffen sind.

Im Verhältnis zur gesamten verputzen Fassadenfläche, d. h. gedämmte und ungedämmte Fassadenfläche, ist der Algen- und Pilzbefall, absolut gesehen, gering. Vor allem ist der Algen und Pilzbefall auf Bäumen, Sträuchern, Steinen und Belägen anzutreffen. Aber auch auf Verkehrsschildern und Leitplanken, Glasdächern, Holz- und Kunststoffoberflächen.

Die übergroße Mehrzahl von Fassadenflächen sind frei von Algen- oder Pilzbefall. Dennoch sehen wir uns veranlasst, grundsätzlich zu diesem Thema Stellung zu nehmen.

ALGEN

An Fassaden sind meistens verschiedene Grünalgenarten anzutreffen, welche auch rötliche Verfärbungen aufweisen können.

Hauptlebensraum der Algen ist das Wasser. Ohne Wasser können Algen nicht existieren. An Fassaden sind im allgemeinen Luftalgen anzutreffen, die sich im Laufe der Entwicklung an ein Leben außerhalb des Wassers angepasst haben.

wachstumsfördernd


Neben den zuvor schon erwähnten Wachstumsvoraussetzungen für Algen wie Licht, Feuchtigkeit, Oberflächentemperatur, ph-Wert, Nährstoffangebot können weitere Umstände für den Algenbewuchs fördernd sein:

- unbeheizte Gebäude (siehe links)

- oder teils auch hochgedämmte Gebäude

- saugfähiger Putz (siehe links)

- rauher, stark strukturierter Putz (siehe links)

- Wetterseiten (Westseiten) und beschattete Seiten (Nordseiten)(siehe links)

- freistehende Gebäude ohne Dachüberstand(siehe links)

- weiße Fassadenfarben

- geringe Luftverunreinigung, ländlicher Bereich, Nebellagen

- Grünbewuchs in unmittelbarer Nähe der Fassade

wachstumshemmend

- beheizte und schlecht gedämmte Gebäude*

- wasserabweisender Putz mit porenfüllendem Anstrich

- glatter Putz*

- besonnte Wände

- geschützte Gebäude bzw. mit ausreichendem großen Dachüberstand

- dunkle Fassadenfarben*

- starke Luftverunreinigung, Industriegebiet, Stadtbereich

(* wobei dies wieder zu anderen Schwierigkeiten führen könnte)

Mögliche Hinweise auf einen zu erwartenden Algenbefall könnten sein, dass in der Umgebung des Gebäudes z. B. Gehwegplatten, Plexiglasscheiben von Haltestellen o. ä. schon veralgt sind. Dann sollte darauf abgehoben werden, dass hier ein zusätzlicher algizider Schutz empfehlenswert ist.

Algen stellen kein Schadenspotential einer Fassade dar.

Allein die Ausführung einer Fassade z. B. durch den Fachunternehmer des Stuckateurhandwerks, ergibt noch nicht eine Beschleunigung oder Verringerung von Algenbildung, wie dies manche Bauherren gerne Glauben machen wollen. Vielmehr ist der Einfluss der Umgebung maßgebend.

Pilze

Pilze benötigen im Gegensatz zu Algen keine Photosynthese, d. h. sie können ohne Licht auskommen. Sie benötigen organische Substanzen und vermehren sich durch Sporenbildung. Die Sporen sind etwa 10 mm groß und werden durch Luftbewegung verteilt. Mehr als 90 % der biologischen Partikel der Luft bestehen aus diesen Sporen. Sie können sich auf allen Oberflächen ablagern. Aus Sporen bilden sich bei Anwesenheit von Wasser und verwertbaren Nährstoffen Zellfäden. Aus deren Zellfäden entwickeln sich dann die Pilze. Ist genügend Wasser vorhanden, das Nährstoffangebot günstig, die Temperaturen zwischen ca. 20 und 30 °C, wachsen und verzweigen sich die Zellfäden schnell zu einem Fadengeflecht. Pilze, deren Sporen und Zellfäden zu ihrem eigenen Schutz gegen UV-Strahlen dunkle Pigmente enthalten, werden Schwärzepilze bezeichnet, da diese Pilzkolonien als dunkler Belag erscheinen.

Fungizide

Moderne fungizide Wirkstoffe greifen in zentrale Stoffwechselvorgänge in den Zellen der Pilze zerstörend ein. Anders als bei dem Angriffspunkt der Photosynthese bei den Algen durch Herbizide können Pilze nicht spezifisch angegriffen werden. Bei den Fungiziden gibt es kein Fungizid, das auf alle Pilzarten wirkt.

Fungizide Ausrüstung

Eine vorbeugende fungizide Ausrüstung des Putzes oder der Beschichtung(en) ist anzuraten. Jedoch kann auch in diesem Fall nicht generell eine Garantie auf Pilzfreiheit übernommen werden, da nicht abschätzbar ist, welcher Pilzbefall sich in welcher Umgebung niederschlagen wird und wie die Wirkstoffe im Laufe der Zeit ausgewaschen werden.

Zusammenfassung

Aufgrund des verschiedenartigen und vielfältigen Auftretens von Algen und Pilzen können diese generell nicht gänzlich verhindert werden, sie können nur zeitlich verzögert werden. Durch die Vielfalt ist nicht gesichert, dass das anzuwendende Biozid (Algizid oder Fungizid) auch tatsächlich die auftretende Alge oder den auftretenden Pilz mit Sicherheit bekämpft. Doch die auf dem Markt befindlichen Wirkstoffe wirken, wie schon erwähnt, in fast allen Fällen und vermindern und verzögern den Befall der Fassadenflächen.

Die biozide Ausrüstung in Putzen oder in Anstrichen ist die derzeit einzig bekannte Möglichkeit, wie eine Verhinderungsstrategie gegen Algen und Pilze aufgebaut werden kann.

Es muß abschließend festgehalten werden, dass Feuchtigkeit, Taupunktunterschreitungen, Bewuchs, Licht, Luftqualität sowie die Rezeptur der verwendeten Materialien sowie insbesondere die architektonische Gestaltung (z.B. kein oder unzureichender Dachüberstand) ausschlaggebend für einen möglichen Befall oder Nichtbefall von Algen oder Pilzen sind. Pauschale Aussagen über einen möglichen Pilz- oder Algenbefall können heute noch nicht gemacht werden! Es sei an dieser Stelle nochmals angemerkt, dass der Anteil an mit Algen oder Pilzen befallener Fassadenfläche im Verhältnis zur gesamten ausgeführten Fassadenfläche gering ist.

Wir beraten Sie hierzu gerne vor Ort an Ihrem Gebäude und bieten Ihnen - z.B. bei einer Sanierung/ Renovierung - die nach unserer Erfahung - als auch der Erfahrung unseres Fachverbandes der Stuckateure beste Möglichkeit Algen und Pilze möglichst langfristig zu vermindern und verzögern !

Rufen Sie uns einfach an oder senden Sie uns ein Mail.

Ihr Stuckateur Barth, Hussenhofen

Stand 03/2003

Quellen: u.a.

- STO-Detail 2/2002

- Stuckinfo

Literaturhinweise:

- "Stuck-Info" des Fachverbandes der Stuckateure Baden-Württembergs (SAF)

- Merkblatt Algen, Pilze u. a. an Fassaden; Österreichische Arbeitsgemeinschaft Putz, Insbruck 12/1996, www.oeap.at (siehe auch Technisches Handbuch Putz Stuck Trockenbau Seite 256/13 – 256/16)

- Algen- und Pilze auf Beschichtungen; Fachgemeinschaft Kunstharzputz, Düsseldorf

- Die Fassade lebt; H. Kastien; Stuck-Putz-Trockenbau 6/99, Seite 66 ff., Maurer-Verlag Geislingen

- Algen und Pilze an mineralischen Fassaden, Teil 1 und Teil 2; H. Kastien; Applika 7/99, Seite 28 ff. und 8/99 Seite 10 ff, SMGV Wallisellen, Schweiz

- Außenwände mit Wärmedämmverbund-Systemen, Algen- und Pilzbewuchs; J. Bleich; Deutsches Architektenblatt 10/99, Seite 1393 ff.

- Algenbewuchs an Fassaden: Eine Folge reiner Luft!; H. Künzel, ARCONIS 3/2000

- Die Fassade lebt, Teil1, Mikrobilogischer Bewuchs auf mineralischen Untergründen einschließlich WDVS; H. Bartholemy; Malerblatt 11/2000

- Die Fassade lebt, Teil 2 Mikrobilogischer Bewuchs auf Holz und Holzwerkstoffen; H. Bartholemy; Malerblatt 11/2000

- Algen auf Wärmedämm-Verbundsystemen; H. M. Künzel, K. Sedlbauer; IBP - Mitteilungen Nr. 382

- Algen auf Außenwänden, Bauphysik als Ursache? Bauphysik als Lösung; H. M. Künzel, M. Groß, K. Sedelbauer; 3 Dahlberg-Kolloquium „Mikroorganismen und Bauwerksinstandsetzung", Wismar September 2001

- Algen an Fassaden; H. Künzel; Deutsches Architektenblatt 11/2001,

Seite 60 ff.


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