Frage ?
Verputzen von Höchstwärmedämmenden Steinen wie z.B. SX-11 oder SX-9 (um nur zwei sehr bekannte zu nennen) ist äußerst schwierig, da oftmals ein Fachgerechtes Mauerwerk nicht vorgegeben ist.

Nachfolgend ist die Problematik erwähnt. Es werden aber auch Lösungsvorschläge aufgeführt.

Wir sind Mitglied im Gewerbe- und Handelsverein Alfdorf und stehts bemüht unsere Kunden mit den neuesten Kenntnissen zu informieren.

Stuckateur Holz, Alfdorf

Verputzen von Hochwärmedämmenden Mauerwerk, z.B. SX11...

Hintergrund

Aufgrund der in letzter Zeit immer mehr in Verwendung kommenden höchstwärmedämmenden Steinen muß aus diesem Anlaß auf die nun entstehende Problematik des Verputzen hingewiesen werden !

(z.B. Fa. Trost SX 11, SX 13; und anderer Firmen!)

Verputzen ... von Ziegelmauerwerk

Grundsätzlich kann Ziegelmauerwerk mit Leichtputz nach DIN 18 550-04 - Putz, Leichtputz - verputzt werden, wenn mindestens die nachgenannten Bedingungen beim Mauerwerk vorhanden sind.

Ist nur eine der oben genannten Regeln nicht gehalten, besteht die Gefahr der Rißbildung, insbesondere im Bereich der Lager- und Stoßfugen.

Wenn die im Abschnitt Mauerwerk aufgelisteten Bedingungen nicht erfüllt sind, müssen die verputzenden Betrieben grundsätzlich Bedenken gegen die vorgesehene Art der Ausführung anmelden und sollten dem Auftraggeber zusätzlich eine Sicherungsmaßnahme zu empfehlen.

Definition ... von ordnungsgemäßem Mauerwerk:

[ aus Stuck Info 9/2000 Seite 10/11von Herrn Dipl. Ing. Weißert (Fachverband der Stuckateure) aufgrund eines gemeinsamen Gesprächs zwischen der Arbeitsgemeinschaft Mauerziegel, dem Industrieverband Werk-Trockenmörtel und dem Fachverband der Stuckateure am 26.07.2000 in Wöllstein]

  • Die Lagerfugen des Ziegelmauerwerks sollten vorzugsweise mit Leichtmörtel bzw bei Plan- ziegeln mit Dünnbettmörtel vermauert werden. Sie müssen dabei vollständig mit Mörtel gefüllt sein.
  • Es muss ein homogenes und fachgerecht errichtetes Mauerwerk nach DIN 1053 sein
  • Bei knirsch gestoßenen Ziegeln darf die Stoßfuge 5 mm nicht überschreiten.
  • Fehlstellen-, Nut- und Federflächen bzw. Mörteltaschen an Gebäudeecken sowie Stoßfugen > 5 mm sind mit geeignetem Mauermörtel zu schließen.
  • Ein ausreichendes Überbindemaß (mindestens 40 % der Ziegel, d. h. in der Regel mehr als 95 mm) muss eingehalten werden.
  • Hohl liegende Außenscherben sind zu entfernen und wie Fehlstellen zu bearbeiten.
  • Vor Ausführung der Betondecke ist der Einbau eines Trennstreifens vorzunehmen, z. B. da mit kein Beton in die oberste Steinlage läuft, sich diese mit der Decke verbindet und beim Durchbiegen der Decke bewegt wird.
  • Schutz des Mauerwerks vor eindringenden Niederschlägen in die Kammer- Hohlräume gemäß VOB/C DIN 18299 Nr. 4.1.10.
Sicherungs-

maßnahmen

Als Sicherungsmaßnahmen gegen das Auftreten der Rißbildung empfiehlt sich zusätzlich zum Leichtputz nach DIN 18 550-4 ein Armierungsputz mit Gewebeeinlage. Diese Putzausführung ist ausreichend bewährt und wird auch im Sanierungsfall eingesetzt.

Aufgrund der oftmals nach 2-5 Jahren auftretenden Rissen, insbesondere im Fugenbereich, sehen wir es als vorbeugende Maßnahme an, unseren Mitgliedsbetrieben zu empfehlen, einen Armierungsputz mit Gewebeeinlage aufzubringen, insbesondere auch auf die stärker witterungs belastete Westfassade eines Gebäudes.

Zur Ausführung des höchstwärmedämmenden Leichtziegelmauerwerks ( Wärmeleitfähigkeiten 0,11 - 0,16 W/m*K lässt sich festhalten, dass ein Leichtputz ausreichend sein kann. Aufgrund der Einsatzdauer von diesem hochwärmedämmenden Leichtziegelmauerwerk von ca 2 Jahren, kann noch nicht über eine langjährige Erfahrung hinsichtlich des Verputzen dieses Mauerwerks gesprochen werden.

Insbesondere auch deshalb nicht, da der Zusammenhang bezüglich Verformung und Schub zwischen Leichtputz und hochwärmedämmendem Leichtziegelmauerwerk nicht geklärt ist (Wöllstein, 26.07.2000). Aus diesem Grunde empfiehlt sich ggf. die Verwendung eines anderen Putzes, der eventuell besser "eingestellt" ist, als ein herkömmlicher Leichtputz oder die zusätzlich zum Leichtputz zu verwendenden Armierungsputze mit Gewebeeinlage. Auch über die Dauerhaftigkeit dieser "neuen " Putze auf diesem Mauerwerk kann noch keine ausreichende Aussage getroffen werden.

usw.....

"Poroton-

Handbuch" ...


Siehe auch POROTON-Handbuch (Seite 231):

"Ein funktionsfähiger Außenputz erfordert ein nach DIN 1053 bzw. einschlägigen zulassungsbescheiden fachgerechtes Mauerwerk.. .... .... Geschieht dies trotzdem, so sind diese Mauerwerksteile zu behandeln, entweder durch Austauschen der beschädigten Ziegel und/oder durch vollständige Einbettung eines Armierungsgewebes in den Grundputz und/oder eine Gewebespachtelung auf dem Grundputz. ..... . [(Anmerkung: Gewebespachtelung = Armierungsputz mit vollflächiger Gewebeeinlage)]

Der Auftragnehmer der Putzarbeiten hat gemäß VOB Teil C DIN 18350 im Zuge der Wahrnehmung der Prüfungs- und Hinweispflicht den Untergrund zu prüfen. Etwaige Bedenken müssen schriftlich angemeldet werden. ..... . "

Siehe auch Technisches Merkblatt Außenputz auf Ziegelmauerwerk.(Anlage)

Diese Problematik wird auch im Architekten Blatt DAB 8/2000 von Helmut Künzel vom Fraunhofer Institut für Bauphysik Holzkirchen behandelt.

Aufgrund der auszugweisen aufgeführten Publikationen und Stellungnahmen bezüglich der Bedenken bei nicht ordnungsgemäßem Ziegelmauerwerk ist der Aufbau des Außenputzes nochmals abzuklären !

Nachfolgend führen wir einige uns bekannten Ausführungsmöglichkeiten auf, welche jedoch je nach Untergrund, Gebäude ect variiren können !

Solche Fehlstellen dürfen nicht sein !

Alle Fehlstellen und zu große Stoß-/ Lagerfugen sowie Mörteltaschen sind rechtzeitig vorher mit geeignetem Mörtel herauszuwerfen.

Verputzen

von

höchstwärme-

dämmendem

Mauerwerk

In letzter Zeit kann vermehrt beobachtet werden, dass auf Westseiten von Gebäuden mit Ziegelmauerwerk eine höhere Anzahl von Rissbildungen festgestellt werden kann. Ob dies mit den neuen höchstwärmedämmenden Ziegeln der Wärmeleitfähigkeit 0,11 W/mxK bis 0,16 W/mxK zusammenhängt, kann nicht eindeutig geklärt werden.

Ungeachtet dessen haben verschiedene Werktrockenmörtelhersteller ihre Leichtputze dahingehend modifiziert, dass sie z.B. faserarmiert wurden oder das E-Modul an das Mauerwerk besser angepasst wurde. Dies gibt zumindest ein Indiz dafür, dass seitens der Werktrockenmörtelhersteller Handlungsbedarf erkannt wird für höchstwärmedämmendes Ziegelmauerwerk. Ob diese 'Spezialputze' eine Lösung darstellen, wird sich wahrscheinlich erst langfristig erweisen.

Ein rissefreier Leichtputz auf einem höchstwärmedämmenden Leichtziegel kann aufgrund der fehlenden Langzeiterfahrung derzeit noch nicht garantiert werden. Verschiedene Hersteller als auch Sachverständige im Stuckateurhandwerk empfehlen grundsätzlich auf der Westseite einen Armierungsputz mit Gewebeeinlage vollflächig auf den Grundputz nach entsprechender Standzeit aufzubringen.

... (Stuck-Info)

Möglichkeit 1 mit Kalkzementleichtputz (z. B. "Marmorit LUP" oder gleichwertig) und teilweiser Einlage von Armierungsgewebe in den Grundputz zur Verminderung eventueller Risse. Vorteil: kostengünstig und bewährt auf "schweren/normalen" Porotonziegeln. Nachteil: Einsatz auf nicht 100% ordnungsgemäßem höchstwärmedämmendem Mauerwerk mit Bedenken, da noch keine ausreichenden Erfahrungen

Möglichkeit 2 mit "besser" eingestelltem Leichtputz z. B " Bayosan- Epple Ultapor" und teilweiser Einlage von Armierungsgewebe in den "Ultraporgrundputz" zur Verminderung eventueller Risse. Vorteil: geringere Rohdichte ca 0,8 kg/dm³, günstigeres E-Modul [(= weniger Starr, nimmt besser Bewegungen auf )]geringeres Flächengewicht, spannungsärmeres Erhärten, dadurch ist eine geringere Rissegefahr zu erwarten. Nachteil: noch keine Langzeiterfahrung, Probleme durch nicht ordnungsgemäßes Mauerwerk können trotzdem auftreten. Höhere Materialgrundkosten.
Möglichkeit 2b Möglichkeit 2 B: mit noch leichter eingestelltem Leichtgrundputz "Marmorit Flotto Therm" und teilweiser Einlage von Armierungsgewebe in den "Flotto Thermgrundputz" zur Verminderung eventueller Risse. Vorteil: noch geringere Rohdichte (Ca 0,5 kg/dm³ und güntigeres E-Modul), spannungsärmeres Erhärten und geringeres Flächengewicht, dadurch ist eine geringere Rissegefahr als bei einem "normalen" Leichtgrundputz zu erwarten. Nachteil: noch keine Langzeiterfahrung auf geklebtem höchstwärmedämmendem Ziegelmauerwerk, höhere Materialgrundkosten

Möglichkeit 3

Grundputz mit Kalkzementleichtputz, z. B. "Marmorit LUP", oder "Epple Ultapor" oder "Marmorit Flotto Therm" ohne Armierungsgewebeinlage im Grundputz und zusätzlicher vollflächiger Gewebearmierung (Gewebespachtelung) nach ausreichender Standzeit des Grundputzes. Vorteil: Das Armierungsgewebe liegt optimal straff im oberen Bereich des Putzsystems, es entsteht ein Verbund zwischen Armierungsgewebe und Haftputz durch die zusätzlichen Haftanteile; eventuelle Bewegungen des Putzgrundes können am besten minimiert werden, es ist keine zusätzliche Gewebeeinlage im Grundputz nötig, bewährtes System zur Sanierung von Fassaden (wird z. B. auch als Armierung von Wärmedämmsystemen mit mineralischen Armierungsmörteln eingesetzt). Bestmögliche und empfehlnswerteste Ausführung nach dem derzeitigen Wissen und Stand der Technik. Nachteil: höhere Kosten
Anmerkung zu allen Ausführungs- möglichkeiten
Da selbst von uns von unserer Seite als Stuckateurbetrieb als auch von den Herstellern der Steine und Putze keine Langzeiterfahrungen vorliegen können, (es gibt diese geklebten höchstwärmedämmenden Ziegelsteine erst seit ein paar Jahren,) aber von Seiten der Putzhersteller und der Sachverständigen schon Schadensfälle bekannt sind, ist eine zusätzliche Sicherungsmaßnahme zu empfehlen.

Die beste Minimierung eventueller Risse wird durch einen zusätzlichen Armierungsputz erreicht.

Ihr Stuckateur Lothar Barth

Schwäbisch-Gmünd Hussenhofen

STAND 12/2000
Oben aufgeführte Texte beruhen teilweise aus den uns bekannten Publikationen zum Dezember 2000 und sollen die höchstwärmedämmenden Steine nicht ausgrenzen. Auch diese Steine haben sicherlich ihre Berechtigung. Jedoch sehen wir aufgrund unseren Erfahrungen sowie auch bekannt gewordenen Schäden eventuelle Schwierigkeiten mit diesem Untergrund, da keine Langzeiterfahrungen bestehen !

Auszugsweise sind hier die Stellungnahme des Landesinnungs-fachverbandes des Stuckateurhandwerks / Fachverband der Stuckateure Baden-Württemberg (Quelle u.a. Stuck-Info 6/2000) sowie technischer Merkblätter und unsere eigenen Stellungsnahmen ...

Ggf ist zu prüfen, ob inwzischen die Hersteller andere Vorgaben/ Vorschriften herausgegeben haben - und sich der Stand der Technik inzwischen in diesem Bereich auch weiterentwickelt hat !


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