Frage

Dachdämmung

(letzte aktualisierung war am 07.10.2003 )

Was ist die beste Dämm-lösung für ein Steildach?Nun, dies ist von vielen Faktoren abhängig, da es verschiedene Möglichkeiten gibt.Hauptsächlich werden 3 verschiedene Möglichkeiten angewandt, welche wir Ihnen hier grob aufschlüsseln möchten:

1. Belüftetes Steildach

2. Unbelüftetes Steildach

3. Aufsparrendämmung

Hier kann aus Gründen der Übersicht nicht auf den notwendigen Mindestwärmeschutz der Energieeinsparungsverordung ( ENEV ist am 1.2.2002 in Kraft getreten) eingegangen werden, welche zum Einen eingehalten werden muß, aber andererseits bei Betrachtung der immer mehr steigenden Heizkosten, auch sinnvollerweise eingehalten werden sollte.Welche dieser Möglichkeiten aber für Sie die Richtige ist, muß vor Ort geklärt werden, ggf unter Miteinbeziehung von uns als Ihr Stuckateur, Ihrem Zimmermann oder Ihrem Architekten/ Bauleiter.Nachfolgend aber zu Ihrer Info vorab schon ein paar Erläuterungen zu diesem komplexen Thema:

Belüftetes Steildach:

Hier wird die Dämmung in die Sparren (ggf noch unter die Sparren in die Lattung der Holz- bzw Gipskartonplattendecke ) eingebracht.Aber noch so, dass zwischen der Dämmung und der Holzvertäfelung/ Unterspanbahn noch Luft zum Zirkulieren ist.Diese kann (rein theoretisch) am Traufgesims (bei der Dachrinne) durch ein Lüftungsgitter eindringen, steigt hinter der Dämmung hoch und soll am Fürst durch dafür vorgesehene Gitter o.ä. wieder austreten

(mit Hinterlüftung: Luftschicht zwischen Dämmung und Holzvertäfelung/Unterspanbahn)

Unbelüftetes Steildach:

Der Zwischenraum zwischen der raumseitigen Bekleidung (z.B. Gipskartonplattendecke ) und der Holzvertäfelung/Unterspannbahn wird vollständig mit Dämmung (z.B. Glaswolle...) ausgefüllt.Eine (theoretische) Zirkulation kann und soll hier nicht mehr stattfinden !

(ohne Hinterlüftung: Vollsparrendämmung)

Aufsparrendämmung (von aussen):

Auf die Balken kommt von ober her (ggf anstatt der Holzvertäfelung) eine Dämmschicht, (z.B. aus PUR,) welche ohne Unterbrechungen wie Balken o.ä. durchläuft. Je nach System werden die Dachplatten dann direkt in diese eingehängt.

Nachteil: meist die Kosten

Vorteil: Dämmung läuft in Einem durch , ohne Unterbrechung durch die schlechter dämmenden Holzbalken.

(links mit Hinterlüftung, rechts ohne Hinterlüftung)

Zur Beschreibung belüftetes/ unbelüftetes Steildach (Vorteile/ Nachteile):

Bisher war noch die Meinung vorherrschend, dass belüftete Dachkonstruktionen sicherer seien. Insbesondere da sie unabhängig von der Ausführung und Art der Dampfsperre und Unterspannbahn sei. Dieser Irrtum hat sich vermutlich auch deshalb verbreitet, da irrtümlicher weise nur belüftete Konstruktionen ohne Nachweis als geeignet nach DIN 4108 gelten.Damit eine Belüftung/ Hinterlüftung aber überhaupt funktionieren kann, sind im Trauf- und Firstbereich Lüftungsöffnungen vorzusehen. Am First müssen zusätzlich die Unterspannbahnen ca 50mm unterhalb des Firstscheitelpunktes enden, damit die eindringende Luft überhaupt wieder nach aussen kann. Eine Ausführung die heute meist nicht gemacht wird.Zudem ist die korrekte und funktionierende Ausführung im Bereich vom Kamin, Dachfenstern, Gaupen ect fast nicht möglich, was zur Folge hat, dass die Hinterlüftung in diesen Bereichen nur theoretisch vorhanden ist.Beim Einbringen der Dämmung von innen ist diese so stramm zuzuschneiden und einzusetzen, dass diese nicht herausfällt, bevor die Dampfbremse aufgebracht wird. Dadurch wird die Hinterlüftung aber so sehr behindert, dass es auch technischer Sicht auch hier fast nicht möglich ist.In der DIN 4108 ist zudem nicht berücksichtigt, dass durchfliessende Luft u.U. zwar Feuchtigkeit aus der Dämmung aufnehmen kann, aber beim Kontakt an die Unterspannbahn dieses wieder kondensiert und zurück in die Dämmung tropfen kann.

Untersuchungen über zwei Winterperioden an Versuchsdächern im Freigelände Holzkirchen des Fraunhofer-Institut für Bauphysik lassen erkennen, dass durch Feuchteeinwirkung über belüftetet Schichten von aussen viel grössere Feuchteerhöhungen im Sparrenbereich und in der Dämmschicht hervorgerufen werden können als durch die Wohnfeuchte !Bei der Verwendung einer ausreichend dampfdurchlässigen Unterspannbahn ist eine Belüftung nicht erforderlich - so die Untersuchung weiter. Damit entfällt die Feuchteeinwirkung von aussen und die ganze Sparrenstärke kann mit der Dämmung verfüllt werden, was somit zu Energieeinsparung führt.

Wichtig, egal bei welcher Konstruktion ist aber unbedingt auch, das Einhalten der Dampfdichtigkeit der innen liegenden Dampfbremse. Dabei werden die Anschlüsse und Stösse dieser Dampfbremse verklebt, damit hier keine Luftzirkulation stattfinden kann und warme/ feuchte Luft in die Dämmung getragen wird.

Zusätzliche Argumente für/ gegen die Vollsparrendämmung:+ erhöhter Beitrag zum sommerlichen Wärmeschutz- rechnerischer Nachweis notwendig (DIN 4108)+ bei der Vollsparrendämmung mehr Energieeinsparung durch mehr Dämmstärke.+ kein Feuchteeintrag von aussen in die Konstruktion möglich.+ Wegfall aufwendiger Konstruktionen zur Sicherstellung einer durchgehenden Belüftung der Dämmung (z.B. Wechsel, ...), s.o.+ kein nachteiliger Einfluss auf den Dachdecker+ durch (Luft-) ströhmungsdichte Unterspannbahn oder Unterdächererhöhte Sicherheit bezüglich Feuchteeintrag durch die Konstruktion.

Literaturhinweise:·

DIN 4108 Wärmeschutz im Hochbau· Geneigte Wohnhausdächer mit Bretterverschalung (Kabelitz E.)· Wann funktioniert das geneigte Dach? (Balkowski, S 35-38)· Ströhmungsmechanische Untersuchungen an einem belüfteten Steildach (Liersch)· Untersuchungen der Wärmeübertragungsvorgänge an einem belüfteten Dach (Liersch)· Zum Feuchteverhalten wärmegedämmter Dachschrägen. (achtziger, Cammerer, Komma; wksb 33/1988)· ...

Quellen:

Unterlagen zur Meisterausbildung im Stuckateurhandwerk,Stuck-InfoWKSB 27/1989, Bildquelle www.isover.de


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